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Philosophie


Pastor Otto Lüdecke
Pastor Otto Lüdecke

Die Stiftung Staßfurter Waisenhaus ist eine Stiftung des privaten Rechts. Sie wurde am 29. Januar 1907 von namhaften Persönlichkeiten der Stadt Staßfurt, allen voran dem Initiator, Pastor Otto Lüdecke, gegründet und mit Erlass des Königs von Preußen vom 27. April 1907 staatlich genehmigt. Die Salzgewinnung, die Staßfurt im Mittelalter in ganz Mitteleuropa bekannt machte, wird zuerst in einer Urkunde des Augustinerchorherrenstifts Hamersleben bei Oschersleben (heutiger Landkreis Börde im Bundesland Sachsen-Anhalt) aus dem Jahre 1174 angesprochen.

Ab dem 15. Jahrhundert betrieb eine adlige Pfännerschaft die ertragreiche Salzgewinnung im Salinenbetrieb, so daß es in einer alten Veröffentlichung heißt, "... daß der dasige (dortige) Magistrat größere Einküfte habe als der von Hamburg (!)". Zwischen 1839 und 1851 begannen erste Bohrversuche, die eine bergmännische Erschließung des Salzlagers zum Ziel hatten. Am 31.01.1852 nahmen die beiden ersten preußischen Schächte die Produktion auf. Als man die massenhaft gefundenen "bunten" Salze mit ihrem Kalium- und Magnesiumgehalt als Düngemittel zu nutzen verstand, entwickelte sich sprunghaft eine chemische Industrie, die Staßfurt als "Wiege des Kalibergbaus" in der ganzen Welt berühmt machte.

Hintergrund der Gründung der Stiftung war der Leitgedanke, sich um die z.T. elternlosen Kinder (Waisen) verunglückter Bergleute und Fabrikarbeiter in und um Staßfurt zu kümmern. In den darauffolgenden Jahren war die Geschichte des "Waisenhauses" von ständigen Höhen und Tiefen geprägt. Während und nach dem Ersten Weltkrieg stieg die Zahl der "Zöglinge" um ein beträchtliches, so daß zeitweise mehr als 55 Kinder in dem für 30 konzipierten Hause Unterkunft fanden. Mit spärlichen Mitteln wurde in den 30-iger Jahren an das bestehende Gebäude angebaut. Die Versorgung mit Lebensmitteln war zu jener Zeit ein ständiges Problem. Nur durch eigenen Ackerbau und Viehzucht konnten die "Hungerjahre ohne menschliche Verluste" überwunden werden. Ähnlich schwierig war die Zeit während der Weltwirtschaftskrise.

In den Jahren des Nationalsozialismus versuchte man, "braune" Erzieher dem personell unterbesetzten Haus durch den Magistrat der Stadt Staßfurt zuzuordnen. In einer "Nacht- und Nebelaktion" gelang es, Diakonissen aus Pommern herbeizuholen und somit die drohende politische Einflußnahme zu verhindern.

Nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges war das Waisenhaus wieder einmal total überbelegt. Fast 60 Kinder fanden hier ein Zuhause. Die Zeit während der sowjetischen Besatzung war für das stark christlich geprägte Haus sehr schwierig. Eine Hausmutter, die die Geschicke des Hauses in ihren Händen hielt, trotzte allen Anfeindungen.

Mit der Gründung der DDR im Jahre 1949 riss der Staat Erziehung und Bildung administrativ an sich. Erziehung durfte ausschließlich in und durch staatliche Einrichtungen erfolgen. Eine Erziehung oder gar Ausbildung in einem kirchlich orientierten Waisenhaus war nicht denkbar. Während der DDR-Zeit fanden bis zu 42 geistig schwer- und mehrfachbehinderte Menschen, meist Kinder und Jugendliche ein ständiges Zuhause. Anfang der 60-iger Jahre verließen die letzten Diakonissen aus Altersgründen dieses Haus. Ein ständiges Kommen und Gehen von Personal prägte das Waisenhaus in den Folgejahren.

Die Stiftung wurde 1991 bei der zuständigen Stiftungsaufsichtsbehörde des Landes Sachsen-Anhalt angemeldet und als zweite Stiftung dort registriert. Sodann erfuhr die Stiftung eine rasche und kontinuierliche Entwicklung. Innerhalb weniger Jahre stieg die Zahl der Beschäftigten von 32 auf über 150.

Zu den sozialen Aufgabengebieten zählt mittlerweile eine breite Palette im Bereich der Kinder- und Jugend-, Behinderten- und Altenhilfe sowie sozialen Dienste. Das gegenwärtige Aufgabenspektrum wird auf den folgenden Seiten intensiver dargestellt.